Das Auditorium war rappelvoll, als Sebastian Kurz, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler und Zoltán Szalai, Generaldirektor des MCC, auf der großen Bühne des MCC Fest in Esztergom unter offenem Himmel auftraten. Thema das Gesprächs war die weltpolitische Lage im Jahre 2023.

"Das Schlimmste in der Politik ist, dass man in ständigem Konflikt steht und egal, was man tut, man wird immer kritisiert, nur weil andere Leute auf deinem Stuhl sitzen wollen - das ist die Schattenseite der Demokratie", meinte Kurz.

Er glaubt, dass seine Zusammenarbeit mit Viktor Orbán ausgesprochen positiv war. Österreich ist zwar kein Mitglied der V4, aber das Land hatte schon seit immer viele Kontakte zu seinen östlichen Nachbarn und es war für Österreich immer gut, eine Brücke zwischen Ost und West zu sein.

Zur veränderten Rolle Europas erläuterte Kurz, dass das Hauptziel der wirtschaftliche Erfolg sein sollte. Vielen Ländern gehe es jetzt gut, aber es seien Veränderungen auf globaler Ebene zu verorten, die bisherigen Ergebnisse wurden durch harte Arbeit erreicht, und das Hauptziel der EU müsse sein, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit Bezug auf die Zukunft der USA wies Kurz darauf hin, dass beide große US-Parteien ihre Beziehungen zu China reduzieren wollen, was vielleicht gut für sie, aber nicht gut für Europa sei. Selbst wenn die USA dies tun, müsse Europa seine eigene Position in dieser Frage finden, da es einen regen Handel zwischen Europa und China gäbe.

Kurz sieht vorerst keine Aussicht auf einen militärischen Konflikt zwischen der NATO und China, aber je mehr sich die Welt spaltet, desto größer wird langfristig die Möglichkeit eines militärischen Konflikts.