Bence Bauer, Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit, besuchte am Montag, dem 20. April 2026, Klausenburg. Zunächst hielt er im Rahmen des DEFETRANSNUM-Projekts des Germanistischen Instituts der ELTE an der Babeș-Bolyai-Universität einen Vortrag mit dem Titel „Deutschland heute – Staatsorganisation und aktuelle Fragen“, anschließend sprach er im MCC Bildungszentrum in Klausenburg mit dem Titel „Mythos und Wirklichkeit – deutsch-ungarische Wechselwirkungen“.

Im Rahmen des EU-Lehrbuchprojekts DEFETRANSNUM waren mehr als 20 internationale akademische Teilnehmer aus Rumänien, Ungarn, Deutschland, Tschechien, Frankreich und der Ukraine anwesend. In seinem Vortrag ging es um die Funktionsweise des deutschen Bundesstaates sowie um aktuelle drängende politische und wirtschaftliche Probleme Deutschlands, wie Migration, Energiekrise und die allgemeine gesellschaftliche Unzufriedenheit.

In seinem Vortrag im MCC Bildungszentrum in Klausenburg erklärte Bauer zu den deutsch-ungarischen Beziehungen, dass neben dem Bild von Disziplin und Ordnung auch zahlreiche Unterschiede zwischen den historischen Erfahrungen und gesellschaftlichen Strukturen der beiden Nationen zu beobachten seien. Er betonte, dass die historisch gewachsenen Bilder über Ungarn und Deutsche bis heute die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinflussen. Überlieferte Vorstellungen aus der Vergangenheit prägen in vielen Fällen noch immer die gegenseitige Wahrnehmung der Gesellschaften. Zudem wurde bei der Veranstaltung angesprochen, dass sich in den letzten Jahren immer mehr Deutsche dafür entscheiden, ihren Wohnsitz nach Ungarn zu verlegen. Dafür gibt es mehrere Gründe: günstigere Lebenshaltungskosten, ein als sicherer wahrgenommenes gesellschaftliches Umfeld sowie die kulturellen und natürlichen Gegebenheiten des Landes machen Ungarn für Deutsche attraktiv. Die Zuhörer konnten sich ein umfassendes Bild über den historischen Hintergrund der deutsch-ungarischen Beziehungen sowie deren Einfluss auf die heutigen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Verbindungen machen.

Während seines Aufenthalts in Klausenburg traf Bence Bauer zahlreiche interessierte und engagierte Studierende von Universität und MCC, mit denen er Gespräche führte; zudem bot sich ihm im Rahmen des DEFETRANSNUM-Projekts die Gelegenheit, die Leiter der Klausenburger Gesellschaft sowie des Germanistischen Instituts der ELTE zu treffen.