Am Freitag, dem 13. März 2026, hielt Dr. Bence Bauer, Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit, im MCC-Bildungszentrum in Veszprém einen Vortrag mit dem Titel „Mythos und Realität – deutsch-ungarische Beziehungen“. Bei der Veranstaltung erhielt das Publikum einen umfassenden Überblick über den historischen Hintergrund der deutsch-ungarischen Beziehungen sowie darüber, wie diese die heutigen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Beziehungen prägen. Im Rahmen des Vortrags wurde auch die oft zitierte Behauptung angesprochen, dass „die Ungarn die letzten Preußen“ seien. Bence Bauer wies darauf hin, dass dieser Vergleich zwar auf den ersten Blick schmeichelhaft erscheinen mag, es sich dabei jedoch eher um einen historischen und kulturellen Mythos handelt. Denn neben der Vorstellung von Disziplin und Ordnung lassen sich zahlreiche Unterschiede zwischen den historischen Erfahrungen und den gesellschaftlichen Strukturen der beiden Nationen feststellen. Der Referent betonte, dass die historischen Bilder, die sich von den Ungarn und den Deutschen gebildet haben, bis heute die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beeinflussen. Die aus der Vergangenheit übernommenen Vorstellungen prägen in vielen Fällen auch heute noch, wie die beiden Gesellschaften einander sehen. Bei der Veranstaltung wurde auch angesprochen, dass sich in den letzten Jahren immer mehr Deutsche für Ungarn als Wohnort entscheiden. Dahinter können mehrere Faktoren stehen: Die günstigeren Lebenshaltungskosten, das als sicherer empfundene soziale Umfeld sowie die kulturellen und natürlichen Gegebenheiten des Landes machen Ungarn für Deutsche attraktiv. Der Vortrag bot somit nicht nur einen historischen Überblick, sondern ging auch auf aktuelle Fragen ein und regte das Publikum dazu an, differenzierter über die Vergangenheit und Gegenwart der ungarisch-deutschen Beziehungen nachzudenken.