Am 25. März 2026 hielt Dr. Florian Simon, Geschäftsführer einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftsverlage, Dunker & Humblot, einen Vortrag mit dem Titel „Vom Manuskript zum Diskurs – Wie wissenschaftliche Buchverlage das öffentliche Denken prägen“. Die Veranstaltung wurde vom Deutsch-Ungarischen Institut für Europäische Zusammenarbeit organisiert und fand im Budapester Zentrum des MCC’s statt. Das anschließende Gespräch wurde von Dr. Frank-Lothar Kroll, Professor für europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz, moderiert. An dem Abend nahmen rund 40 Interessierte teil.

 

Die Veranstaltung wurde von Dr. Bence Bauer, dem Direktor des Deutsch-Ungarischen Instituts, eröffnet. Nach der Begrüßung von Simon und dem Publikum würdigte er die Bedeutung wissenschaftlicher Verlage und deren Arbeit. Ihre Entscheidungen darüber, welche Themen veröffentlicht und welche Argumente hervorgehoben werden, beeinflussen nicht nur den wissenschaftlichen Diskurs, sondern auch das allgemeine gesellschaftliche Denken maßgeblich. In seiner Einleitung ergänzte Professor Frank-Lothar Kroll, dass Dunker & Humblot auf eine mehr als 200-jährige Geschichte zurückblicken kann. Die Wurzeln des Verlags reichen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück, und er hat Werke von Autoren wie Johann Wolfgang von Goethe, Thomas Sören Hoffmann und Georg Wilhelm Friedrich Hegel veröffentlicht.

Der heute etwa 45 Mitarbeiter zählende Verlag Dunker & Humblot sieht sich jedoch bei öffentlichen Veranstaltungen oder Buchmessen auch mit Kritik von Besuchern und Käufern konfrontiert, die sich meist auf die „konservative“ oder „zu konservative“ Ausrichtung des Verlags bezieht, wie Simon in seinem Vortrag erklärte. Er fügte hinzu, dass das grundlegende Ziel und Selbstverständnis des Verlags darin bestehe, den wissenschaftlichen Dialog zu vertreten und zu stärken - über politische Ansichten und persönliche Überzeugungen hinaus und auf Fakten basierend. Wissenschaftliche Verlage bewegen sich in einer spannenden Streitfrage: Sie müssen zwischen akademischen Anforderungen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zwischen inhaltlicher Tiefe und öffentlicher Sichtbarkeit sowie zwischen langfristiger Relevanz und kurzfristigen Trends navigieren. Ihre Entscheidungen wirken selten spektakulär, haben jedoch oft eine lang anhaltende Wirkungen.

Der Vortrag war nur ein Programmpunkt unter vielen während des Besuchs von Dr. Florian Simon. Während seines Aufenthalts in Budapest traf der Geschäftsführer auch mehrere wichtige Akteure in Ungarn aus den Bereichen Medien, Forschung und Verlagswesen. Unter anderem führte er bilaterale Gespräche mit Gyula Köbli, dem Vorstandsvorsitzenden der Libri-Bookline Zrt., sowie mit Prof. Dr. Gergely Deli, dem Rektor der Nationalen Universität für den öffentlichen Dienst. Darüber hinaus nahm Simon auch an einer Clubveranstaltung des Magazins Mandiner im Várkert Bazár teil.