Zwischen dem 20. und 22. März 2026 fand in Győr die Frühlingsakademie des MCC-Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit unter dem Titel „Deutsches Interesse = europäisches Interesse?“ statt. Ziel des dreitägigen Fachprogramms war es, den teilnehmenden Studierenden ein umfassendes Bild von der Rolle Deutschlands in Europa sowie von den aktuellen Herausforderungen der europäischen Zusammenarbeit zu vermitteln. Insgesamt nahmen elf Studenten an der Akademie teil, die aus verschiedenen Teilen des Karpatenbeckens – von Pécs über Budapest bis hin nach Klausenburg – angereist waren. Am Programm wirkten diesmal auch zwei Gastdozenten mit: Dr. Antonia Baraniuk, promovierte Historikerin der Technischen Universität Chemnitz, sowie Dr. Lasse B. Lassen, Dozent für Neuere Geschichte an der Universität Würzburg. Darüber hinaus bereicherten Richárd Schenk, Forschungsanalyst des Brüsseler Büros des MCC, sowie die Mitarbeiter des Instituts – Péter Dobrowiecki, Forschungsleiter, Tamás Fonay, Projektleiter, und Petra Szalontai, Projektkoordinatorin – das fachliche Programm.

 

Am Freitag fand nach der Ankunft und Registrierung der Teilnehmenden ein Kennenlern- und Vorstellungsprogramm unter der Leitung von Petra Szalontai statt, das die offene Atmosphäre der folgenden Tage begründete. Anschließend gab Péter Dobrowiecki in seinem Vortrag „Deutschland im Kreuzfeuer der Herausforderungen“ einen umfassenden Überblick über die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Dilemmata Deutschlands, insbesondere im europäischen Kontext.

Der Samstag wurde mit einem dichten Fachprogramm fortgesetzt. Unsere Gastdozentin Dr. Antonia Baraniuk beleuchtete in ihrem englischsprachigen Vortrag „Mitteleuropa aus deutscher Perspektive“ die Beziehung zwischen der Region und Deutschland aus historischer und politischer Sicht. Darauf folgte ein Crashkurs zur Europäischen Union von Tamás Fonay, an dessen Ende die Studenten ihr Wissen über die Institutionen und Entscheidungsprozesse der EU in einem Quiz testen konnten. Anschließend fand ein interaktiver Workshop mit dem Titel „Deutsches Interesse = europäisches Interesse?“ statt, der von Péter Dobrowiecki, Tamás Fonay und Petra Szalontai geleitet wurde. Die Teilnehmenden vertraten jeweils einen EU-Mitgliedstaat, erarbeiteten zunächst in Gruppen die jeweiligen politischen Positionen und diskutierten anschließend miteinander über das Verhältnis zwischen nationalen und europäischen Interessen. So erhielten die theoretischen Fragestellungen eine praktische Dimension, und die Teilnehmenden konnten aus erster Hand erfahren, wie schwierig es oft ist, Kompromisse zu finden. Am Nachmittag folgte der Vortrag von Dr. Lasse B. Lassen „Otto von Habsburg: Europäische Interessen in einer Person“, in dem eine der prägenden Figuren des europäischen Denkens im 20. Jahrhundert vorgestellt wurde. Zudem nahmen die Studierenden an einem stadthistorischen Rundgang teil und lernten die reiche und vielfältige Geschichte von Győr kennen.

Das Sonntagsprogramm wurde schließlich mit dem Vortrag von Richárd Schenk „Der Adler und die Sterne – Deutschlands Rolle in der EU-Entscheidungsfindung: Theorie und Praxis“ fortgesetzt. Dieser bot Einblicke in die Mechanismen der europäischen Entscheidungsfindung und in die Rolle Deutschlands darin. Insgesamt erhielten die Teilnehmenden so ein umfassendes Bild von Deutschlands Rolle in Europa und konnten zugleich ihre kritischen und analytischen Fähigkeiten weiterentwickeln.